
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Junge Union muss staatliche Unterstützungsmittel zurückzahlen und hat dafür einen Kredit der Mutterpartei in Anspruch genommen. Das berichtet der "Focus" unter Berufung auf die Junge Union, die CDU und die Bundesregierung.
Ein JU-Sprecher teilte der Zeitung auf Anfrage mit, im Rahmen der Abrechnung für das Jahr 2025 habe die Bundesgeschäftsstelle der Jungen Union selbst festgestellt, dass ein Teil der Fördermittel nicht abgerechnet werden konnte. Die JU sei einer Rückzahlungsverpflichtung vollständig nachgekommen.
Konkret geht es laut "Focus" um Mittel des Bundesfamilienministeriums, die für die Förderung politischer Bildungsarbeit von Jugendorganisationen vorgesehen sind. 2025 habe die JU 1,2 Millionen Euro erhalten, teilte das Ministerium auf Anfrage mit.
Wie auch andere Jugendorganisationen musste die Vereinigung nachweisen, das Geld korrekt verwendet zu haben. Offenbar konnte der christdemokratische Nachwuchs aber nicht ausreichend entsprechende Belege finden. Man entschied sich, über ein Viertel des Geldes zurückzuzahlen. Laut Ministerium überwies die JU 348.509,07 Euro inklusive Zinsen zurück. Die Rückzahlung, so ein Sprecher des Ministeriums, sei aufgrund nicht verwendeter oder nicht rechtzeitig verwendeter Mittel erfolgt.
Für die Rückzahlung bat der Nachwuchs die Mutterpartei um einen Kredit. Die CDU bewilligte einen verzinsten Kredit, wie der "Focus" unter Berufung auf die Union schreibt. Sowohl die CDU als auch die JU bestätigen den Kredit, wollten die Summe aber nicht nennen. Eine CDU-Sprecherin sagte, die Junge Union Deutschlands habe die CDU um ein Darlehen gebeten. Die CDU sei dieser Bitte nachgekommen. Das Darlehen sei zu marktüblichen Konditionen gewährt worden. Die JU erklärte, dass sie das Darlehen planmäßig zurückzahlen werde.
Die Bundesschatzmeisterin der JU, Clara von Nathusius, wollte zum Vorgang nichts sagen und verwies auf die Pressestelle der Jungen Union. Strafrechtliche Vorwürfe stehen nicht im Raum, heißt es dort. Der Vorgang sei von externen Prüfern untersucht worden.