Frieden bleibt wichtiges Thema
Beitrag von: Hermann Binkert
Fast jeder zweite Befragte (49 %) rechnet damit, dass die aktuelle Bundesregierung nicht die komplette Legislaturperiode von vier Jahren hält. Nur jeder Dritte meint (33 %), sie hält bis zum regulären Ende im Jahr 2029. Ob und wann es tatsächlich zu Neuwahlen kommt, ist jedoch völlig offen. Die Umfragen der Institute gehen weit auseinander. Sehen die einen die Union vier Prozentpunkte vor der AfD, zeigen andere die AfD zwei Prozentpunkte vor der Union. Tatsächlich hat sich nach unseren Daten in diesen Sommermonaten weniger verändert, als man nach den politischen Debatten und den Diskussionen – auch innerhalb der Parteien – hätte erwarten können. Das sollte aber niemanden beruhigen. Die Zustimmung zu Schwarz-Rot ist auf einem Tiefpunkt und der Kanzler hat keinen Amtsbonus. Und selbst da, wo er die Mehrheitsmeinung vertritt, z. B. beim Stopp der Waffenlieferungen nach Israel, hilft ihm das nicht. 62 Prozent teilen zwar seine Position, unter den Unionswählern sogar 65 Prozent. Aber auch 22 Prozent von allen und in der eigenen Anhängerschaft lehnen den Waffenlieferungsstopp nach Israel ab. Es geht um ein sehr sensibles Thema und Friedrich Merz hat das offensichtlich unterschätzt. Minderheiten sollten auch im aktuellen Meinungsbild nie unterschätzt werden. Sie können für das Thema mehr „brennen“ als die Mehrheit.
Das gilt auch für die 30 Prozent der Befragten, die in den nächsten fünf bis zehn Jahren mit dem Dritten Weltkrieg rechnen. 47 Prozent rechnen nicht damit, dass in dieser Zeitspanne ein neuer Weltkrieg beginnt. Aber schon beim Blick auf die Altersgruppen, zeigt sich ein anderes Bild. Eine (relative) Mehrheit der unter 30-Jährigen (43 Prozent) rechnet mit dem Dritten Weltkrieg, nur eine Minderheit von 36 Prozent in dieser Alterskohorte teilt diese Befürchtung nicht. Überdurchschnittlich häufig rechnen auch Befragte aus der Oberschicht (42 Prozent) und AfD-Wähler (40 Prozent) mit dem Dritten Weltkrieg. Das Thema Krieg und Frieden wird auch nach dem Treffen von Trump und Putin ganz oben auf der Tagesordnung bleiben. Und vorhandener Angst misst man gewöhnlich größere Bedeutung bei als der Abwesenheit von Angst.